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Freie Presse, Christian Wobst
Zwickau. Wenn es nach Michael Jugl, André Ahrend und Silvio Drechsel geht, dann könnten sich Freiberufler und Selbstständige in Zukunft einen Laptop und das Büro sparen. Egal wo sie sich auf der Welt befinden – ein Internetcafé würde reichen, um alle Büroarbeiten, vom Rechnungsversand bis zum Faxempfang, zu erledigen.
Die Idee hat auch die Geschäftsführung der Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau überzeugt, die die drei Gründer kürzlich mit einem Willkommenspaket belohnte. Darin enthalten ist unter anderem die sechsmonatige, kostenfreie Nutzung von Büroräumen im Business and Innovation Centre in Stenn. Die jungen Leute freuen sich über die Vorschusslorbeeren und wissen doch selbst, dass die eigentliche Arbeit in ihrer Simplic GbR jetzt erst losgeht. „Wir haben das erste Softwarepaket auf die Beine gestellt. Jeder von uns ist mit Arbeit ausgelastet, jetzt geht es darum, die Existenz des Unternehmens und unsere eigene zu sichern“, sagt Michael Jugl. Die Freude über die neuen Büroräume stand ihm bei der Übergabe des Willkommenspakets deutlich ins Gesicht geschrieben: „Wir wissen alle, wie es ist, von zu Hause aus zu arbeiten. Da hat man derart viel Ablenkung, dass man sich abends fragt, was man eigentlich geschafft hat. Hier finden wir dagegen gute Arbeitsbedingungen vor, sodass wir in Ruhe arbeiten können.“ Unterstützt werden die drei Gründer von einem Freiberufler in Frankfurt/Main. Seine Anforderungen an ein optimales, virtuelles Büro setzen die jungen Leute um. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen dann auch neuen Kunden zugute kommen. Der Name der Firma ist dabei Programm. Simplic ist ein Kunstwort aus dem englischen „einfach“ (simple). Und einfacher soll der berufliche Alltag auch für die zukünftigen Kunden von simplic werden, schließlich haben es sich die Drei zum Ziel gesetzt, Komplexität intelligent zu reduzieren. Und das jeweils nach individuellen Bedürfnissen, egal ob es sich beim Auftraggeber um einen Energieberater oder einen Physiotherapeuten handelt.
„Die Prozesse rund um das Büro sollen optimiert werden. Es wird ein Kunden-, ein Rechnungs- und ein Leistungsverwaltungsprogramm geben. Wenn jemand über dieses System etwas bestellt, bekommt er, sobald der Auftrag bestätigt ist, eine Auftragsbestätigung und eine Rechnung zugesandt“, sagt Silvio Drechsel. Die Abläufe werden also nicht nur einfach aus dem realen ins virtuelle Büro übertragen, sondern auch vereinheitlicht und optimiert. „Diejenigen, die mit uns zusammenarbeiten, sollen einfach mehr Zeit haben, sich auf ihren eigentlichen Job zu konzentrieren“, sagt der 27-Jährige.
Zwar gibt es heute schon Softwarelösungen, mit denen praktisch jeder eine Homepage im weltweiten Netz pflegen können sollte, vielen ist das aber immer noch zu kompliziert. „Wir entwickeln eine Software, die sich einfach bedienen und warten lässt und machen damit das Büro der Freiberufler mobil“, sagt Gründer Silvio Drechsel. Doch damit noch längst nicht genug. Die Ideen gehen noch weiter: „Es wird immer interessanter, Wissen zu verwalten, Wissen zu sammeln und Wissen zu differenzieren. Mit unserer Software wollen wir Lösungen bereitstellen, die das erleichtern“, sagt Silvio Drechsel.
So haben die jungen Leute als größtes Problem ausgemacht, dass es in jedem großen Unternehmen tausende Spezialisten gibt, die alle in ihrem Fachgebiet perfekt sind. „Doch wenn einer ausfällt, dann blockiert er die gesamte Abteilung“, so der 27-Jährige. Deshalb soll ein System entwickelt werden, in dem jeder berechtigte Mitarbeiter eine Frage stellen kann und diese auch beantwortet bekommt. Notwendig sei dazu der Aufbau eines Netzwerkes an Spezialisten. Darum und um die anderen Aufgaben wollen sich die Silvio Drechsel und André Ahrend in den kommenden beiden Jahren kümmern. So lange studieren die beiden noch, während Michael Jugl schon heute jeden Tag für die Firma arbeitet. In zwei Jahren soll ihr Unternehmen dann laufen.
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Quelle: http://simplic.de/mitteilung/zeit-sparen-durch-einfaches-cms